
Robert Enke
Robert Enke litt unter Depressionen. Enkes Ehefrau Teresa und sein behandelnder Arzt Valentin Markser gaben in einer bewegenden Pressekonferenz Einblicke in das Seelenleben des verstorbenen Nationaltorhüters.
Fußball-Nationaltorwart Robert Enke ist tot. Er wurde 32 Jahre alt. „Er hat sich das Leben genommen“, sagte sein Berater. Enke starb an einem Bahnübergang bei Hannover.
„Das ist ganz furchtbar“, sagte Martin Kind, Präsident von Enkes Verein Hannover 96. Kind war von der Sitzung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zurückgekehrt und bekam am Flughafen den schockierenden Anruf: „Man rechnet mit vielem, aber nicht mit so etwas. Ich weiß nicht, warum es und wie es passiert ist.“ Der 96-Chef ist sich jedoch sicher, „dass es nichts mit Fußball zu tun hat“.
„Er war labil“, berichtete Kind weiter. Das sei in der Öffentlichkeit wohl nicht aufgefallen. „Er hat das überlagert“, erklärte der 96-Clubchef. Der verheiratete Fußballprofi und seine Frau hatten vor drei Jahren ihre Tochter Lara im Alter von zwei Jahren verloren, die an einem angeborenen Herzfehler litt und im Krankenhaus starb. Enke hinterlässt seine Ehefrau Teresa und eine acht Monate alte Tochter, die das Paar im Mai adoptiert hatte.
Dass der Torwart unter akuter Selbstmordgefahr stand, erkannte Markser jedoch nicht, wie er auf der Pressekonferenz eingestand. «Ich habe die Gefährdung nicht bemerkt, Robert Enke konnte das Ausmaß seiner Depression gut verbergen», sagte er.
Das zeigt auch der Abschiedsbrief, den der 32-Jährige hinterlassen hat und aus dem der Mediziner kurz zitierte: «Robert Enke entschuldigt sich in seinem Abschiedsbrief für die bewusste Täuschung seiner Angehörigen und der Behandelnden über den seelischen Zustand.» Diese Täuschung sei jedoch nötig gewesen, um «seinen Selbstmordplan zu verwirklichen», heißt es in dem Schreiben weiter.
Noch am Tag seines Selbstmordes habe Enke mit einem Chefarzt telefoniert und eine stationäre Behandlung wie schon zuvor weiter konsequent abgelehnt.